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Wahrscheinlich kennen Sie die Herausforderung, von einer Grobidee zu einem Product Backlog zu kommen. Wir zeigen Ihnen hier ein mögliches Vorgehen auf.

Wir empfehlen, mit der Produktvision zu beginnen. In den Dimensionen Zeit / Kosten / Visionserfüllung soll die Balance gefunden werden, mit dem Ziel, das bestmögliche Produkt zu erstellen.

Kerneigenschaften der Produktvision

  • sie ist akzeptiert, gemeinsam erarbeitet
  • sie ist stabil und klar formuliert
  • sie ist motivierend und breit formuliert (Freiraum lassend)
  • sie ist kurz und bündig

Die Produktvision soll stabil sein, das Product Backlog jedoch ist dynamisch.

Die Vision wird über mehrere Sprints stabil gehalten, und je nach Anforderung alle 3 oder 6 Monate angepasst. So kann während der Sprints auf die Vision hingearbeitet werden (es werden nur Dinge abgearbeitet, die der Vision dienen).

Das Product Backlog jedoch wird sich vor / während / nach dem Sprint ändern,  es ist eben dynamisch (Priorisierung und Schätzungen anpassen, Stories hinzufügen / entfernen etc.).

Output der Produktvision

  • Wer ist der Kunde, wer ist der Benutzer?
  • Welche Bedürfnisse werden durch das Produkt befriedigt?
  • 10 kritische Produkteigenschaften?
  • Stellung zu bestehenden Produkten
  • Zeit- und Kostenrahmen
  • Geschäftsmodell
  • Stückpreis und -kosten

Wir empfehlen,  diesen Output auf eine Kartonschachtel zu drucken und diese Schachtel im Team-Raum aufzustellen – so sieht jede am Produkt beteiligte Person, welche Vision umgesetzt werden soll.

Wie unterscheidet sich der Kunde vom Benutzer? In einem größeren Unternehmen wäre die Abteilung, die die Software einkauft und installiert, der Kunde. Der Benutzer ist jedoch der Endanwender an dem einzelnen PC. So ist es dem Benutzer häufig nicht so wichtig, ob die Software-Einstellungen zentral verwaltet werden können (Hauptsache „es läuft“), während dieses Feature dem Kunden durchaus wichtig sein kann.

Wie viel Zeit wird in die Erstellung der Produktvision investiert? Gerade genug Zeit, um obige Punkte zu erhalten. Auch bei der Produktvision gilt wie für das Product Backlog: sie kann nicht im Vorfeld endgültig erstellt werden, sie wird sich dynamisch verändern, dies jedoch im 3 oder 6 Monate Rhythmus.

Indem Sie die 10 kritischen Produkteigenschaften von oben nehmen und als Stories in das Product Backlog schreiben, kommen Sie von der Vision zu einem ersten Product Backlog. Eventuell müssen Sie die am höchsten priorisierten Stories in 3-5 weitere Stories runterbrechen und diese neuen Stories auch gleich priorisiert. Nun gehen Sie so weiter vor, bis Sie max. 100 Stories in Ihrem ersten Product Backlog haben.

Produktplanungsstrategie

  • das Produkt soll einfach gehalten werden, also keine Eierlegende Wollmilchsau sein → „Small is beautiful“. Lieber schnell an den Markt und damit früh ein Feedback vom Markt einholen.
  • mit Versionen arbeiten, inkrementelle Auslieferung
  • fester Innovationsrhytmus (Zeit ist Time-boxed), z.B. alle 3 Monate eine neue Version veröffentlichen
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